Eine bedeutende internationale klinische Studie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal JAMA, hat gezeigt, dass die biparametrische MRT (bpMRT) beim Nachweis von klinisch signifikantem Prostatakrebs ebenso wirksam ist wie der bisherige Goldstandard — ein Befund mit weitreichenden Konsequenzen für Patienten und Gesundheitssysteme weltweit.
Die PRIME-Studie, die an 22 Zentren in 12 Ländern mit 490 Männern durchgeführt wurde, verglich die biparametrische MRT — bei der auf die Gadolinium-Kontrastmittelinjektion verzichtet wird — mit der etablierten multiparametrischen MRT (mpMRT). Die Ergebnisse waren bemerkenswert konsistent: Beide Methoden identifizierten klinisch signifikanten Krebs bei nahezu identischen Anteilen der Patienten (29,2 % vs. 29,6 %), was bestätigt, dass die biparametrische MRT der multiparametrischen nicht unterlegen ist.

Was bedeutet das in der Praxis? Die biparametrische MRT verkürzt die Untersuchungszeit von 30–40 auf nur 15–20 Minuten, entfällt auf eine Kontrastmittelinjektion und die damit verbundenen Risiken und macht die Anwesenheit eines Arztes während der Untersuchung überflüssig. Zudem wird Gadolinium vermieden — ein Kontrastmittel, von dem bekannt ist, dass es sich im Gehirn, in den Knochen und in der Leber ablagert und die Umwelt belastet.
Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die biparametrische MRT — vorausgesetzt, die Bildqualität ist ausreichend und erfahrene Radiologen sind beteiligt — der multiparametrischen MRT bei der Krebserkennung, dem Staging und der Behandlungsplanung sehr ähnlich abschneidet. Die Studie liefert Level-1-Evidenz dafür, dass die biparametrische MRT zum neuen Erstlinien-Diagnosestandard für Männer mit Verdacht auf Prostatakrebs werden könnte.
Mit rund vier Millionen Prostata-MRT-Untersuchungen weltweit pro Jahr sind die Implikationen enorm. In einigen Gesundheitssystemen haben derzeit weniger als ein Drittel der betroffenen Männer Zugang zu dieser Untersuchung — obwohl sie für eine präzisere Prostatakrebsdiagnose unverzichtbar ist. Wie die Lancet-Kommission betont hat, werden die Prostatakrebsfälle in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich verdoppeln, was den Zugang zur Bildgebung zu einer noch dringenderen globalen Herausforderung macht.
Der leitende Studienautor Prof. Veeru Kasivisvanathan (UCL) erklärte: "Die PRIME-Ergebnisse werden die Gesundheitsversorgung verändern und uns helfen, unsere Vision zu verwirklichen: dass jeder Mann mit Verdacht auf Prostatakrebs, der eine Prostata-MRT benötigt, diese auch erhalten kann — unabhängig davon, wo er lebt oder welchen Hintergrund und Zugang zur Gesundheitsversorgung er hat."
Mehr in JAMA: Ng et al., "Biparametric vs Multiparametric MRI for Prostate Cancer Diagnosis: The PRIME Diagnostic Clinical Trial", JAMA, 2025.
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2838799